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Bericht über die Informationsveranstaltung der PISA Ergebnisse

Das MSW lud am 12.12.2016 zu einer Informationsveranstaltung zu den neuen PISA-Ergebnissen ein. Nach einer Begrüßung von Frau Ministerin Löhrmann stellte Frau PD Dr. Sälzer von der LMU München die Ergebnisse der Studie dar.


Im Jahr 2015 lag der Erhebungsschwerpunkt auf dem Bereich Naturwissenschaften. Weiterhin wurden, wie bei jeder PISA Erhebung, auch die Kompetenzbereiche Mathematik und Lesen erhoben. Als Neuerung dieser Erhebungswelle ist anzuführen, dass hier erstmalig eine computerbasierte Erhebung stattfand. Bisher wurden Paper-Pencil-Verfahren eingesetzt.
Hinsichtlich der Ergebnisse wurde im Vortrag besonders herausgestellt, dass es in Deutschland im Vergleich zum OECD-Durchschnitt gelungen ist, das Kompetenzniveau in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen in den letzten 15 Jahren auf ein überdurchschnittliches Niveau anzuheben und dieses auch zu halten. Allerdings zeigt sich, dass die Leistungsspitze weniger stark ausgeprägt ist.

Das Thema der Disparität, wenn auch in geringerem Ausmaß als bisher, bleibt weiterhin als Entwicklungsbereich bestehen. So bestehen in allen drei Kompetenzdomänen (Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik) Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Für den Bereich der Naturwissenschaften zeigten sich erstmals sowohl im OECD-Durchschnitt als auch in Deutschland signifikant höhere naturwis-senschaftliche Kompetenzen der Jungen. Im Bereich Mathematik und Lesen bestätigten sich die vorangegangenen Ergebnisse dahingehend, dass die Jungen im Bereich Mathematik bessere Werte erzielten, während die Mädchen eine höhere Lesekompetenz aufwiesen. Allerdings konnte der Kompetenzunter-schied zwischen den Jungen und Mädchen im Bereich Lesen verringert werden. Weiterhin zeigen sich auch in dieser Erhebungswelle wieder bedeutsame Unterschiede zwischen den Schüler*innen mit und ohne Zuwanderungshintergrund. Ebenso zeigte sich auch ein signifikanter Zusammenhang der Kompetenz mit dem sozialen Hintergrund. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wird angenommen, dass, auch wenn es zu einer Abnahme dieser Zusammenhänge im Vergleich zu den Vorerhebungen gekommen ist, diese Bereiche nach wie vor eine große Herausforderung für das Bildungssystem darstellen.
Hinsichtlich der Vergleichbarkeit der Messzeitpunkte ist kritisch anzumerken, dass im Jahr 2015 die Erhebung erstmalig am Computer stattfand. Tendenziell zeigte sich, dass das Lösen der Aufgaben am Computer für die deutschen Schüler*innen schwieriger zu sein schien als mit der Papierversion.
Im Anschluss an die Vorstellung der Ergebnisse bestand noch die Möglichkeit für Rückfragen und Diskussion. Hier wurde u. a. deutlich, dass die Aussagekraft aufgrund der Konzeption auf internationaler Ebene gerade bezüglich der unterschiedlichen Schulformen in Deutschland begrenzt ist. Weiterhin lassen sich durch PISA nur bedingt nationale Forschungsinteressen abbilden, da das primäre Ziel im internationalen Vergleich liegt und weniger darin nationale bildungspolitische Entwicklungen abzubilden.


Autorin: Karolina Urton (Mitglied des Fachvorstands)