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Aktuell

Die aktuellen Nachrichten vom Joomla!-Team

Absage der Fortbildung und der Mitgliederversammlung

Liebe Mitglieder und Freunde des Landesverbandes!
 
Die Fortbildung zum Thema "Mediation mit der gewaltfreien Kommunikation" vom 24.3. - 25.3. findet aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt. Ebenso wird unsere Mitgliederversammlung vorerst ausfallen. Wir bemühen uns zu geeignetem Zeitpunkt einen Ersatztermin im Einvernehmen mit den Referenten vom Orca-Institut und unserem Tagungshotel Franz in Essen zu finden. Wir wünschen euch allen gute Gesundheit!
 
Euer Vorstand

Fortbildungsbudgets für landesbedienstete Schulpsycholog*innen

Vor einigen Tagen wurden die Schulpsychologischen Beratungstellen von ihren Bezirksregierungen darüber informiert, dass die beantragten Fortbildungsbudgets in Höhe von 200 000 € für landesbedienstete Schulpsycholog*innen vom Land nicht zur Verfügung gestellt werden. Diese unerfreuliche Nachricht kam ziemlich unerwartet. Vorab herrschte große Zuversicht, dass die Finanzierung von Fortbildung und Supervision - vor allem auch im Hinblick auf die in naher Zukunft kommenden neuen Schulpsycholog*innenstellen - nun endlich  angemessen gestaltet würde.

 

Der Landesverband hat seinem Unverständnis über das nicht genehmigte Fortbildungsbudget in einem Schreiben an Frau Ministerialdirigentin Blasberg-Bense und Herrn RBr Oppermann Ausdruck verliehen. Zum Lesen des Schreibens bitte auf Weiterlesen klicken.

Darüber hinaus hat der Landesverband eine Gesprächsanfrage an Frau Ministerin Gebauer und Herrn Staatssekretär Richter gestellt, um sich fachlich über die vergangenen und zukünftigen Veränderungen in der Schulpsychologischen Arbeit auszutauschen und notwendige flankierende Maßnahmen zur gelingenden Weiterentwicklung zu erörtern. Das Anschreiben findet sich im Anhang.

Weiterlesen: Fortbildungsbudgets für landesbedienstete Schulpsycholog*innen

Stellungnahme: 10 Jahre UN-BRK und die Umsetzung an Schulen in NRW - Kinder und Jugendliche mit Teilleistungsstörungen werden diskriminiert

Unter der Federführung der LAG Schulsozialarbeit und in Kooperation mit der LAG Studium und Behinderung NRW und der Landeselternkonferenz hat der Landesverband Schulpsychologie NRW eine Stellungnahme an Frau Ministerin Gebauer, Herrn Staatssekretär Richter sowie die schulpolitischen Sprecher*innen in der Landtagsfraktion und die Mitglieder des Schulausschusses übersendet. Lernschwierigkeiten und -Störungen wie LRS und Rechenschwierigkeiten führen im schulischen Bildungssystem immer noch zu massiven Benachteiligungen hinsichtlich der Bildungschancen betroffener Schüler*innen. Im Erlass wird die Landesregierung dazu aufgefordert

- individuelle und bedarfsgerechte Förderung betroffener Kinder und Jugendlicher in der Schule verbindlich sicherzustellen und die Leistungsbewertung anzupassen,

- bei Bedarf ergänzende, außerschulische therapeutische Maßnahmen kostenfrei zu stellen,

- im Schulgesetz die notwendigen Voraussetzungen festzuschreiben und in der Folge die Ausführerlasse zu aktualisieren,

- eine Änderung von Bundesgesetzen (SGB) zu initiieren,

- die Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte bzgl. LRS und Rechenschwierigkeiten zu aktualisieren und zu intensivieren.

Die vollständige Stellungnahme findet sich im Anhang.

 

Gedanken zum Schulsystem in Deutschland von Uwe Sonneborn

Gedanken zum Schulsystem in Deutschland

Das Schulsystem in Deutschland steht seit einiger Zeit in der Kritik. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Im Folgenden soll der Versuch unternommen werden, einigen Hintergründen berechtigter Kritik nachzugehen. Für die weiteren Überlegungen ist es dabei hilfreich, genauer nach den Prämissen zu schauen, unter denen dieses Schulsystem seinerzeit eingeführt wurde und zu klären, welche Bedingungen und Strukturen es aktuell für ein erfolgreiches Handeln benötigt.

Das derzeitige Schulsystem basiert im Wesentlichen auf preußischem Denk- und Organisationsstrukturen. In gut gemeinter Absicht wurde 1919 die allgemeine Schulpflicht durch die Weimarer Verfassung eingeführt, was damals eine sozialpolitisch wegweisende Entscheidung gewesen ist. Beibehalten wurden hingegen die „preußischen“ Organisationsstrukturen, die autoritär und streng hierarchisch waren. Sie basieren vor allem auf dem Prinzip von Befehl bzw. Anweisung (vgl. Gesetze, Erlasse) und Gehorsam bzw. Umsetzung. Dies beinhaltet vor allem eine unbedingte, nicht zu hinterfragende Autorität der Weisungsgeber. Militärische Strukturen folgen gleichen Prinzipien. Festzustellen ist, dass diese Denk- und Handlungsweisen unter heutigen Rahmenbedingungen (z.B. den Anforderungen an Partizipation, Teilhabe, UN-Menschenrechtskonvention etc.) i.d.R. nicht mehr angemessen und zielführend sind.

Dieses Schulsystem folgt der Logik, dass es „richtiges“ und „falsches“ Handeln bei schulischen Anforderungssituationen gibt. Eine solche Grundannahme erscheint aus heutiger Sicht undifferenziert und realitätsfern – der hier erhobene Absolutheitsanspruch ist auch aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar. Vertretbarer erscheint hingegen, von konstruktiven oder weniger konstruktiven Lösungen zu sprechen.

Die Verantwortung der Schule für Bildung und Erziehung basiert zudem auf der Grundannahme eines Bildungs-und Erziehungskonsenses zwischen Eltern und Schule. Die aktuellen Entwicklungen belegen, dass diese Annahme in vielen Fällen nicht berechtigt ist. Dies ergibt sich schon daraus, dass es nicht die Erziehung schlechthin gibt, sondern durchaus unterschiedliche Entwicklungs- und Erziehungsvorstellungen. Ob und inwieweit ein solcher Bildungs- und Erziehungskonsens tatsächlich besteht, muss im Einzelfall zwischen Schule und Eltern überprüft und verständigt werden. Das entspricht allerdings oft nicht der Alltagspraxis. Zudem stellt sich die Frage der Leistbarkeit. Eine Folge ist, dass Lehrkräfte häufig ohne die erforderliche Unterstützung der Eltern handeln. Seinen Ausdruck findet dies in der deutlich zunehmenden Anzahl von Konflikten zwischen der Institution Schule und dem Elternhaus.

Das Schulsystem hat neben dem Bildungs-und Erziehungsauftrag auch einen Selektions- und Zuweisungsauftrag. Zugänge zu Bildungsgängen und Qualifizierungsmaßnahmen für Schüler und Schülerinnen sind i.d.R. sowohl begrenzt als auch kontrolliert, d.h. an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Durch Leistungsfeststellungen und die daraus abgeleiteten schulischen Empfehlungen wird auf die Zukunftsperspektiven von Schülerinnen und Schülern unmittelbar Einfluss genommen. Damit können bei Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern erhebliche Sorgen, Ängste und Nöte angesichts der in der Regel begrenzten Zugänge und Ressourcen einhergehen, weil es sich hier letztlich um einen Verteilungskampf handelt. Damit ist ein weiteres Konfliktfeld schulischen Handelns benannt.

Einen zentralen Aspekt schulischer Logik stellt die Annahme dar, dass eine curriculare Vermittlung von schulischen Inhalten mit den Möglichkeiten der Didaktik für alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen möglich ist. Grundeinheiten dieses Denkens sind die Jahrgangsstufen. Zielsetzung der Bemühungen von Lehrkräften muss es gemäß dieser Logik sein, dass Schüler*innen diese Jahrgangsstufenziele erreichen. Inhomogene Gruppen mit einem großen Leistungs- und Verhaltensspektrum sowie einzelne, das Unterrichtsverhalten von Lehrpersonen stark herausfordernde Schülerinnen und Schüler weisen allerdings schnell die Grenzen dieser Logik auf. Mit der zusätzlichen Erwartung und Forderung der Inklusion wird dieser Denkansatz letztlich ad absurdum geführt: Inklusiver Unterricht und gemeinsames Lernen kann sich nicht an abstrakten, allgemeinen jahrgangsbezogenen Zielsetzungen orientieren, sondern muss vom Entwicklungsstand einzelner Schüler*innen ausgehen. Konsequente Inklusion bedeutet daher, danach zu fragen, was die Schüler*innen für ihre weitere Entwicklung benötigen und wie dies (lösungsorientiert) geleistet werden kann. Daher wäre eine maximale Unterrichtsdifferenzierung (je nach Fach) im Sinne einer konsequenten Individualisierung erforderlich. Dass dies angesichts der derzeitigen Ressourcen völlig utopisch ist, liegt auf der Hand.

Weiterlesen: Gedanken zum Schulsystem in Deutschland von Uwe Sonneborn

Stellungnahme des Landesverbands Schulpsychologie zum Entwurf des 15. SchulRÄndG, hier konkret zu den geplanten Änderungen zu §54 SchulG NRW

Mitte Juli legte das Ministerium für Schule und Bildung (MSB) den Referentenentwurf für ein 15. Schulrechtsänderungsgesetz (SchRÄG) vor.

https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Recht/Schulrecht/Schulgesetz/Entwurf-Synopse-15_-SchulRAendG.pdf

Dabei sind aus schulpsychologischer Sicht die Änderungen bzgl. des §54 durchaus als problematisch anzusehen.

Der Vorstand des LV hat dazu eine Stellungnahme, siehe Anhang, abgegeben.

 

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