Gespräch des Vorstands Landesverband Schulpsychologie NRW mit Frau Ministerin Gebauer

Am 22.2. fand das erste Gespräch des Vorstands des Landesverbands Schulpsychologie NRW mit Frau Ministerin Gebauer statt. Aus unserem Vorstand nahmen Annette Greiner und Carsten Joiko teil. Im Vorfeld hatten wir uns dafür entschieden, diesen Termin gemeinsam der Landesbeauftragten der Sektion Schulpsychologie im BDP, Judith Lanphen, und mit der LAG Schulsozialarbeit wahrzunehmen. Wir wollten damit gegenüber der Ministerin geschlossen unsere Ideen zu der Spezifität der Aufgabenbereich und der jeweiligen Wirkmächtigkeit gerade auch im Zusammenwirken für Schule vortragen. Dazu wurde vorbereitend zu dem Gespräch in einer gemeinsamen Arbeit der Vorstände des Landesverbands Schulpsychologie, der Sektion Schulpsychologie BDP und der LAG Schulsozialarbeit eine Übersicht über Schulpsychologie und Schulsozialarbeit in NRW mit ihren jeweiligen Rahmenbedingungen, Aufgabenbereichen und Zielsetzungen erstellt und der Ministerin vorab zugeschickt (siehe anhängendes Dokument). Frau Ministerin hatte zu dem Gespräch ihren persönlichen Referenten, den Staatssekretär, jeweils eine*n Vertreter*in aus der Abteilung 5 (Zuordnung der Schulsozialarbeit, vertreten durch Herr Otto) und der Abteilung 3 (Zuordnung Schulpsychologie, vertreten durch Abteilungsleitung Frau Blasberg-Bense) einbezogen. 

Inhalte des Gesprächs:

  • Stärkerer Einbindung der Verbände bei Anhörungen im Landtag, aber auch auf der Ebene des Ministeriums selbst (als positives Beispiel wurde unsererseits die Informationsveranstaltung des Ministeriums zu den geplanten Veränderungen im Kontext Inklusion und Integration vor Weihnachten benannt, zu dem alle Verbände eingeladen waren).   
  • Vorstellung von Schulpsychologie mit dem Alleinstellungsmerkmal „Blick von außen“ bei gleichzeitig hoher Feldkenntnis und guter regionaler Vernetzung
  • Ableitung der Notwendigkeit des Erhalts der bisherigen Organisationsform eigenständiger Beratungsstellen
  • Hervorhebung der Kooperationsverträge zwischen Land und Kommune und das Instrumentes der regelmäßigen regionalen Einsatzmanagements
  • Problematisierung des Qualitätsverlustes durch „Aufweichung“ der Struktur, z.B. durch Bemühungen einzelner Dezernenten und/oder Kommunen, Schulpsycholog*innen fest an einzelne Systeme anzudocken (Verlust von Flexibilität beim Einsatz der Ressource, Verlust von fachlicher Standards durch fehlende fachliche Leitung und Fachteam, fehlende Erlass-Konformität)
  • Darstellung der Schulpsychologie mit den zwei Säulen der Einzelfallberatung und Systemberatung als Ressource zur Unterstützung von Schulen in Veränderungsprozessen.
  • Verdeutlichung, dass Schulpsychologie neben ihrer Expertise aus dem Bereich der psychologischen Beratung in komplexen Situationen und ihrem Wissen aus der Arbeits- und Organisationspsychologie vor allem auch ausreichend Hintergrundwissen aus Sozialpsychologie, Pädagogischer und Klinischer Psychologie in die Beratungsarbeit einbringen
  • Herausstellen, dass Schulpsycholog*innen durch die Einzelfallberatung einen hohen Bezug zu den konkreten Problemstellungen des Lehren und Lernens in den jeweiligen Kontexten herstellen können
  • Hinweis auf den hohen Stellenwert der Schulpsychologie aus Sicht vieler Lehrkräfte und Schulleitungen aber auch Eltern, der sich z.B. durch verstärkte Anfragen an Supervision und Coaching aber auch Konfliktberatung ausdrückt
  • Darstellung des spezifisch schulpsychologischen Beitrags zur Unterstützung der Entwicklung und Arbeit von Multiprofessionellen Teams durch Beratung/Supervision/Teamentwicklungsmaßnahmen
  • Darstellung der Notwendigkeit der Unterstützung der Berufsgruppe der Schulpsycholog*innen durch Supervision (positive Anerkennung unsererseits für die Übernahme der Kosten für Supervision und die Unterstützung durch Mittel des Landesteams Schulpsychologie für lokale Projekte und Fortbildung der Schulpsycholog*innen in diesem Jahr bei gleichzeitigem Hinweis, dass es dringend einer grundsätzlichen Lösung in Form eines eigenen Fortbildungsbudgets für Schulpsycholog*innen und der Förderung des kollegialen Austauschs auch über die Beratungsstellen hinweg bedarf)
  • Problematisierung der weiterhin bestehenden erheblichen Diskrepanzen in vielen Regionen zu dem KMK-Schlüssel von 1:5000    
  • Anliegen, verstärkt auch schulpsychologische und schulsozialarbeiterische Expertise im Ministerium zu verankern, wurde insbesondere vom Staatssekretär zustimmend aufgenommen. Dazu seien Veränderungen im Dienstrecht des Ministeriums nötig, was aber aktuell wohl im Blick ist.
  • Nach entsprechender Frage der Ministerin, Austausch zu der Besetzungssituation für neue Stellen. Unsererseits Hinweise:
    • verstärkte Vernetzung mit den Universitäten und hier verstärkt mit denen, die spezialisierte Masterstudiengänge im Bereich Schulpsychologie anbieten, notwendig ist, vorantreiben
    • Offensive, Schulpsychologie bei Absolventen von Masterstudiengängen im Bereich Arbeits- und Betriebsorganisation zu bewerben, als mögliche Strategie.
    • Hinweis, dass Nachfrage für Praktikant*innen-Stellen in der Schulpsychologie sehr hoch ist und Schulpsychologie von diesen zunehmend als sehr attraktives, interessantes Arbeitsfeld entdeckt werde
    • Hinweis auf wünschenswerte Veränderungen in der Ausschreibungspraxis (z.B. überregionale Plattformen) durch die Bezirksregierungen
  • Erwartungen/ Wünsche des Ministeriums an die Schulpsychologie: Aktivitäten im Bereich der Gewaltprävention und der Lehrergesundheit (hier unsererseits aber auch der Hinweis auf notwendige Veränderungsmaßnahmen auf der Organisationsebene der Schulen)